Kitchen Party!

Wenn man sowieso schon alles selber macht, dann kann es auch gleich der Küchenaufbau sein. Das Montieren der Schränke und Schubladen war unproblematisch und auch der exakte Zuschnitt der Seitenplatten klappte in der improvisierten Schreinerwerkstatt draußen bei frühlingshaftem Sonnenschein recht gut. Ein bisschen mehr Tüftelei erfordeten die altbaubedingt nicht ganz lotrechten Wände und die mit Absicht verlegten handgemachten Cottofliesen mit unterschiedlicher Dicke und leicht welliger Oberfläche.

Die Arbeitsplatten aus massivem Eichenholz haben wir zwar schon auf Maß zugeschnitten bestellt, aber natürlich mussten die Öffnungen für Spüle und Herdplatte herausgeschnitten werden, außerdem waren noch ein paar andere Detailanpassungen notwendig. Weil die große Platte so schwer war, dass sie allein kaum zu tragen ist, machte ich hier den Schnitt direkt vor Ort. Die Montage der Abzugshaube war auch etwas tricky, weil die Abluft bei uns seitlich weggeführt werden muss, aber fast alle Hersteller nur einen Abzug nach oben hin vorgesehen haben. Zum Glück gab es über Drittanbieter auch geeignete Winkeladapter und Flachkanäle mit geeignetem Querschnitt ohne die Luftmenge zu begrenzen.

 

So sieht es nach Fertigstellung am Tag der „Einweihung“ aus. Der Auberginenauflauf hat sehr lecker geschmeckt und auch sonst hat alles hat gut funktioniert.

 

Hier mal ein Gesamtüberblick von der anderen Seite. Im vorderen Bereich, der eher nur ein Durchgang ist, haben wir mit Absicht weiße Schränke, die eher den lockeren Charakter einer Kommode haben, gewählt. Zu den rustikalen handgemachten Fliesen an Wand und Boden fanden wir ein sachlich-neutrales Design passender als Landhausstil.
Die nächste Küche im Eigenaufbau wird vielleicht etwas schneller und routinierter vonstatten gehen, schließlich habe ich so etwas bislang noch nie gemacht, anderseits bin ich auch froh drum, erst mal ein paar Jahre Ruhe davor zu haben…

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Winter-Endspurt und Frühling

Diesmal sind wir schon recht früh aus dem Winterschlaf erwacht, es stand die Finalisierung des Raumes für endgültige Küche und Essbereich an.

Doch bevor der Frühling richtig durchstarten konnte, kehrte noch einmal wieder der Winter zurück und sorgte für ein bisschen Schnee und knackig-kalte Temperaturen mit denen eigentlich niemand mehr rechnete (Blick auf das Dach des Anbaus).

Von innen sieht es gleich schon viel grüner und frühlingshafter aus…

Jetzt aber an die Arbeit: Um das selbe Bodenlevel wie in den angrenzenden Räumen zu erhalten, war es nicht möglich, einen klassischen Fließestrich zu verlegen, denn dieser Raum soll im Gegensatz zu den bisher fertiggestellten Räumen eine Fußbodenheizung erhalten. Ein Trockenestrich erlaubt eine geringere Bodenaufbauhöhe und benötigt obendrein nicht soviel Trocknungszeit. Aufwand und Kosten sind dafür allerdings nicht geringer, im Gegenteil…
Zuerst wurde eine Dichtungsfolie gegen aufsteigende Feuchtigkeit ausgerollt und Randdämmstreifen angebracht, danach mit einer speziellen Ausgleichschüttung (ein Trockengranulat) auf dem eher „hügeligen“ Betonfundament eine waagerechte Ebene hergestellt. Darauf werden gedämmte Module mit Aussparungen für die Rohre der Fußbodenheizung verlegt.

Nun endlich werden die Rohre nach einem ausgeklügelten System in die Heizungsmodule verlegt. Wegen Form und Größe des Raumes gibt es zwei getrennt gesteuert Heizkreise.

Darüber werden die Fermacell-Trockenestrichplatten verlegt und verschraubt.

Nach einem Grundierungsanstrich kann mit dem Verlegen der Cottofliesen begonnen werden. Da die handgefertigten Fliesen alle unterschiedlich dick und nicht 100% plan sind, muss im Tiefbett verlegt werden, also mindestens 1 cm tief in Fliesenkleber eingebettet. Die Fliesen sind obendrein auch noch unterschiedlich groß und nicht immer exakt quadratisch, deshalb funktionieren die üblichen Fliesenlegerhilfsmittel nur bedingt. Am Ende habe ich das komplette Verlegeraster mit einem Edding auf dem Boden aufgezeichnet. Eine aufwändige Vorarbeit, die sich aber gelohnt hat. Profis werden darüber lachen, aber ich habe zuvor noch nie solche Fliesen verlegt und mir hat es sehr geholfen. Zum Schneiden habe ich mir eine Nass-Schneidemaschine mit Diamantschneidescheibe besorgt, das funktionierte perfekt im Vergleich zum Schneiden mit der Flex.

Das ist der fertig verlegte Raum, wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Aber der Boden ist damit natürlich noch lange nicht fertig.

Zuerst geht es ans Verfugen. Eine stressige Arbeit, weil man den genauen Zeitpunkt abpassen muss, ab wann der Fugenmörtel fest genug ist um in den Fugen zu verbleiben, während man ihn auf den Fliesen selber mit dem Schwamm wieder herunterreiben muss. Man hat für jeden Mörtelkübel ungefähr eine halbe Stunde Zeit. Um nicht ständig neuen Mörtel anrühren zu müssen, habe ich aber trotzdem ganze 25kg-Säcke genommen. Zu zweit schafft man es im sportlichen Einsatz, so einen Kübel in der Zeit zu verarbeiten. Da die Oberfläche der unglasierten Fliesen rau und stark saugend ist, haben wir die Fliesen vor dem Verfugen noch mit einem sogenannten Verfungungsprotektor eingestrichen, damit sich der Fugenmörtel nicht sofort unwiderruflich mit der Fliesenoberfläche verbindet. Bei einer einzigen Fliese haben wir die Oberflächenbehandlung vergessen und man merkte sofort den Unterschied.

Der verfugte Boden muss nun 7 Tage ruhen und trocknen, bis es an die nächsten Schritte geht. In der Zwischenzeit habe ich begonnen, den Fliesenspiegel an der Küchenseitenwand zu verlegen. Auch hier wählten wir wieder handgerfertigte Cottofliesen (Cotto-Hof, Hückelhoven) aus, diesmal natürlich glasiert, die alle unterschiedlich groß und dick sind. Deshalb auch hier wieder Verlegeraster an der Wand aufgezeichnet. Durch die Vorab-Planung brauchte ich keine einzige Fliese zu schneiden, es passte alles perfekt und es blieben am Ende nur 4 Fliesen als Reserve übrig.

Inzwischen ist endlich der Frühling mit teilweise sogar sommerlichen Temperaturen eingekehrt, da setzt man sich gerne wieder draußen vor die Tür. Zur Feier des Tages haben wir uns zwei Apfelbäumchen von der Baumschule Morjans, die auch viele alte Apfelsorten züchtet, gegönnt. Ein paar Blütenknospen gibt es bereits und wir sind optimistisch für die ersten Äpfel im Herbst.

OelungNach der „letzten Ölung“, also der abschließenden Behandlung mit einem speziellen Cotto-Öl sind die Bodenfliesen etwas dunkler geworden. Der seitliche Fliesenspiegel ist nun auch fertig verlegt und verfugt, somit steht dem Einbau der Küche nichts mehr entgegen.

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Land in Sicht

Nach einem Sommer voller Arbeit, von der man nachher quasi nichts mehr sieht, kommt jetzt endlich Land in Sicht und die Räumlichkeiten im Erdgeschoss sehen langsam wie Zimmer aus.

Unsere ansonsten sehr neugierige Katze Fiete hat sich nicht getraut, über diese blaue Abdichtungsfolie zu laufen. Sah es wie Wasser aus???
Folie_1Folie_2

Auf eine 80-mm-Lage Bodendämmung kommen die Lagerhölzer für die Eichendielen, dazwischen zur weiteren Wärme- und Trittschalldämmung Pavatex-Holzweichfaserplatten.
Boden_1

Die Arbeit gestaltet sich als etwas tricky, weil in den alten Räumen rechte Winkel unbekannt sind, aber nach paralleler Ausrichtung der ersten Reihen geht es dann zügiger vorwärts und auch die Installation der Bodensteckdosen klappte gut.
Boden_2

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Klein Geluk

Kleines Glück – klingt ein bisschen nach Spießeridylle, ist aber der Slogan unserer Nachbargemeinde Roerdalen, der „Glücksorte“ besonders am Herzen liegen.
KleinglückDie „Glücksorte“ lassen sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen, auch die Touren der WasserWanderWelt sind immer für eine kleine Entspannung vor der Haustüre gut.

Als Kontrastprogramm zu den Baustellenfotos hier ein paar Impressionen aus der Umgebung:
Fischtre
Fischtreppe an der Maas
meinwe
Plankenweg am Rothenbach, der hier dem deutsch-niederländischen Grenzverlauf folgt.

Zuhause am Gartenzaun Schrebergartenglück, alte Fahrradteile als Rankhilfe um den hässlichen Zaun möglich bald begrünt zu bekommen.

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Herausforderung

Nachdem die oberen Etagen jetzt komplett fertiggestellt sind, steht für dieses Jahr das Erdgeschoss auf dem Plan, speziell die Räume, die später mal als Küche, Ess- und Wohnbereich mit Leben erfüllt werden sollen. Im April, als es losging, mussten wir uns erstmal Umzugshelfer besorgen um Platz zu schaffen, weil die Räume als temporäres Zwischenlager komplett mit Baumaterialien und Möbeln vollgestellt waren. Zum Glück haben wir nette Nachbarn, sodass wir den ganzen Kram kurzfristig nach nebenan, genauer gesagt in die ehemalige Gaststube von „Haus Hubertus“ auslagern konnten.

Zuerst war die Elektroinstallation an der Reihe:
Wand
Anschließend die Wandheizung:
Heiz_1
In diesen Räumen wird nicht mit Lehm, sondern mit reinem Naturkalk verputzt. Zuvor wurden die Laibungen der Fenster und Türen und die Bereiche zwischen den Deckenbalken noch mit Holzweichfaserplatten gedämmt.

Hier ist bereits das blaue Armierungsgewebe zur Verhinderung späterer Risse im Putz über der Wandheizung angebracht:
Verpotze
Und hier, weil’s so schööön war, noch mal das ganze Chaos in Action:
Zimmer_1

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Endlich häuslich…

Ein großer Schritt war die endgültige Fertigstellung der Räume im Dachgeschoss.

Hier sieht man noch anhand der Lehmtrocknung die Lage der in der Wand verborgenen Heizschleifen:lehmtroc

Nach dem Anstrich mit Sumpfkalkfarbe ist das gemütliche Gästezimmer fertig.
gästezimmer

Nebenan fand sich ein (provisorisches) Plätzchen für die Nähecke:
Nähecke

Erst war das Arbeitszimmer noch ziemlich kahl, ja geradezu geräumig, aber ein paar Umzugskisten später war klar, dass alles relativ ist…

Auch im Treppenhaus ist jetzt Wandheizung installiert und alles mit Lehm verputzt und gestrichen. So ein Blick aus dem Fenster tut richtig gut!
Fensterstill

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Rückmeldung

 

Neue berufliche Herausforderungen führten zwischenzeitlich zu längeren Auslandsaufenthalten, aber zwischendurch waren wir natürlich nicht untätig. Das Grünzeug auf dem Dach wächst allerdings von ganz allein:

Damit man es auch von innen sehen kann, habe ich nun endlich die olle Folie durch richtige Fenster ersetztAus den Steenschotten, die eigentlich für die Terrasse gedacht waren, haben wir Hochbeete gebaut. Es gab inzwischen Kohlrabi, gelbe Zucchini, Chillischoten und diverse Kräuter. Angefeuert wurden die Pflanzen vom frisch durchgesiebten Kompost – es hat sich gelohnt!
kompost.jpg
Die letzten warmen Sonnentage des Jahres gönnen wir dem Gemüse noch, dann wird endgültig abgeerntet.

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Jetzt ist die Natur an der Reihe!

Es war nicht ganz einfach, einen Lieferanten für das Pflanzsubstrat des Gründaches zu finden, der einfach nur liefert und nicht ein Komplettgründach nach Schema XY mit allen Folien, Vliesen und Bepflanzung zum Quadratmeterpreis installieren will. So richtig überzeugen konnten die angebotenen Systeme mit viel Plastik und PVC oder Schaumstoff nicht, entweder qualitativ oder preislich. Unsere Lösung mit doppelter EPDM-Folie, umlaufender Metalleinfassung, Dachgullys statt Ablaufrinne, dickem Drainage- und Wasserspeichervlies, doppeltem Wurzelschutzvlies und dem Lavasubstrat aus der Eifel ist wertiger und wohl auch langlebiger als die meisten angebotenen Komplettsysteme, erfüllt vom Gewicht her die Statikvorgaben, liegt vom Material her preislich zwar am unteren Ende der Skala, es kommt aber natürlich noch der Faktor Arbeit dazu:

HaufenZuerst mal musste der Haufen von 5 Kubikmeter Gründachsubstrat aufs Dach geschafft werden, natürlich wieder mit Eimern durchs Haus, Treppe hoch und oben durchs Fenster aufs Dach des Anbaus. Alleine ist so etwas fast gar nicht zu schaffen, es sind ca. 500 10-Liter-Eimer, die im Laufe des Tages bekannlich immer schwerer werden. Dank unseres bewährten Helferteams war es dann aber doch an einem Tag geschafft. Danach ging es für uns erstmal in den wohlverdienten Urlaub, derweil das Substrat auf dem Dach ein bisschen sacken kann.

Noch im Urlaub wurde die Bepflanzung in Form von frischen Sprossen zur punktgenauen Lieferung bestellt, damit es ohne Verzögerung weitergeht.

AussaatDie Sprossen sind eine bunte Mischung aus Sedumpflanzen (Fette Henne, Mauerpfeffer etc.) und werden gleichmäßig ausgestreut…

einharken… und vorsichtig in die oberste Bodenschicht eingearbeitet.

 gruendachEs dauert ca. 4-6 Wochen, bis die Sprossen neue Wurzeln gebildet haben und angewachsen sind. Bis dahin muss man sie täglich mit Wasser besprengen oder auf Regen hoffen. Die Bretter zwischen Drainagesplitt und Pflanzsubstrat kommen noch weg, dann wird das herausstehende Vlies an der Bodenkante abgeschnitten und in den „Ausguck“ kommen statt der provisorischen Polyester-Fensterfolie noch richtige Fenster. Das Herz sagt, es müssen handwerklich gefertigte Holzfenster mit extraschlanken Profilen, wie sie für den Denkmalschutz verwendet werden und keine billigen Kunststofffenster sein. Die kosten aber wieder richtig viel Geld, das erst noch verdient werden muss, also noch ein wenig Geduld… 😉

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Sommer-Impressionen

Lang ist’s her, dass es hier Neuigkeiten gab, aber ich machte während des letzten halben Jahres einen Lehrgang zur beruflichen Weiterbildung, den ich jetzt mit erfolgreich bestandener Prüfung abgeschlossen habe. Ganztägig Vorlesungen + Lernen am Abend und am Wochenende, da ging ansonsten nicht mehr viel.

Die Haustür ist ein Stück verlängert und mit Standölfarbe gestrichen worden, jedoch noch nicht eingebaut. Es auch Fotos davon, aber ich finde sie gerade nicht, beim nächsten mal…

DachheizungAusgerechnet die heißesten Tage im Jahr suchte ich mir aus, um im Dachgeschoss die Wandheizungsschleifen anzubringen und in Lehm einzuputzen. Trotz der Hitze, die den Lehm schnell trocknen lässt, dauert das, denn man kann immer nur relativ dünne Schichten anwerfen, die dann jeweils erst trocknen müssen, bevor es weitergeht.

DachplatteZum Glück haben wir unter den Dachschrägen die WEM-Heizelemente (mit den roten Anschlussstücken), die schon in Lehmplatten integriert sind.

DachkanteUnser dreiköpfiges bewährtes Wegberger Helferteam, dem unser vorzüglichster Dank gilt, spendierte uns einen Tag Arbeitseinsatz, der uns sehr gelegen kam, denn es waren ca. 2 Tonnen /1,5 m² Splitt für die umlaufende Drainage aufs Dach zu bewegen. Das ging nur mit Eimern durchs Haus und durchs Fenster. Jetzt kommt noch eine Filtervlies über das graue Drainagevlies und wird an den Brettern hochgezogen, damit später, wenn das Pflanzsubstrat angefüllt und die Bretter wieder entfernt wurden, keine feinen Partikel aus dem Substrat ausgespült werden.

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Cot_1Mit vereinten Kräften ging es schnell, sodass noch Zeit war, die Paletten mit den Cottofliesen, die draußen vorm Haus alles blockieren, umzupacken. Allzu lange werden sie an den jetzigen Orten hoffentlich nicht liegen, denn sie sollen bald verlegt werden.

drausseJetzt ist draußen endlich wieder Platz zum Sitzen und Plaudern.

HitzepitzeAm heißesten Tag des Jahres empfielt sich für die Picknickpause jedoch lieber ein schattigeres Plätzchen.

WildbluetenAuch die Wildnis im Garten, der eigentlich ein Nicht-Garten ist, hat seinen Reiz.
RosenEin vergessener Rosenstrauch behauptet sich.
TierchenJeder Blütenkelch der Lilien hat einen kleinen grünen Bewohner.
KuchenRhabarber, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Kirschen…
Die Saison der leckeren selbstgebackenen Kuchen!

 

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Willkommen!

Ein Willkommensgruß war die bisherige Haustür aus den 1950er- oder -60er-Jahren optisch bestimmt nicht mehr, obwohl sie eines gewissen Reizes nicht entbehrt, außerdem zog es durch die Türkanten wie Hechtsuppe und in Sachen Wärmeisolierung reißt so eine Tür aus Stahlprofil und Einfachglas natürlich auch nichts, deshalb wird diese Tür eventuell später einmal ihr im Gartenhaus zu neuer Blüte kommen. Zu einem alten Haus passt aber eine alte Tür einfach besser, ganz klar! Schade, in früheren Jahrzehnten, als die Leute ihre alten Häuser auf Teufel komm heraus und um jeden Preis modern oder was sie dafür hielten, haben wollten, wurden die wunderschönen alten Holztüren massenhaft herausgerissen und durch Scheusslichkeiten der Aluprofil/Riffelglas/Bronzeoptik-Abteilung ersetzt. Gut erhaltene massive alte Holztüren sind auf dem Markt für historische Baustoffe heutzutage rare Mangelware und die Anbieter wissen ganz genau, was sie dafür verlangen können. Passen muss das Ganze ja auch, sowohl stilistisch als auch von der Größe her. Wir sind mit unserer Tür in einem kleinen Eifeldorf fündig geworden. Ein schwerer Trumm aus Eichenholz, im Laufe der Geschichte später noch ergänzt durch Platten mit handgeschnitzten Blumen, relativ gut erhalten und von den Vorbesitzern bereits mit moderner Sicherheitsschließtechnik ausgestattet. Vom Prinzip her passt die Haustür, aber wie wir ja wissen, waren die Menschen früher kleiner und wer weiß, ob nicht der eine oder andere Eifler von der harten Arbeit früherer Zeiten einen krummen Rücken davontrug, sodass 1,90m für damalige Verhältnisse zwar durchaus ausreichend waren, heutzutage jedoch viele Menschen Gefahr laufen, sich den Kopf am Türrahmen zu stoßen. Also muss unsere Tür noch ein gutes Stück verlängert werden.

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Davor steht natürlich die generelle Überarbeitung. Der dunkelbraune, fast schwarze Farbton ist uns viel zu düster. Da man früher für Türen, die sowieso übergestrichen wurden, nicht so schönes Holz genommen hat wie für holzsichtige Türen, wird es nicht viel bringen, die ganze Tür bis aufs blanke Holz aufzuarbeiten, also wird der alte Anstrich nur abgeschliffen/abgezogen und danach wird die ganze Tür neu lackiert.

farfIn England gibt es diesen wunderbaren Farbenhersteller, der nicht nur erheblich mehr Auswahl bietet als das öde RAL-Farbprogramm der meisten deutscher Hersteller, sondern dessen Farben sich auch durch hohe Pigmentdichte, biologisch unbedenkliche Bestandteile und Langlebigkeit auch im Außenbereich auszeichnen.

TestMit den kleinen Probedöschen, die man für relativ wenig Geld vom Hersteller erhält, kann man sich schon mal vorab einen kleinen Eindruck vom späteren Gesamtfarbergebnis verschaffen. Was ist schöner, „Breakfast Room Green“ oder „Cooking Apple Green“?
Das ist hier auf dem Foto einfach mal eben auf die unbehandelte Tür aufgepinselt, ohne Vorstrich etc. Da kommt am nächsten Tag noch eine Schicht drüber, dann sieht es für die Beurteilung schon hinreichend genug aus.

Natürlich gibt es auch andere Hersteller hochwertiger und biologisch verträglicher Farben und Lacke, z.B. Kreidezeit, Leinöl-Pro und skandinavische Firmen, auch hat Manufaktum etwas im Programm, aber so eine große Auswahl an fertig erhältlichen Referenzfarben und so einen tollen Fachhandelsservice wie in den Showrooms, z.B. in Düsseldorf, bietet von denen keiner.

Noch ist die endgültige Entscheidung über die Farbe für die Haustür nicht getroffen. Auch in den direkt benachbarten Niederlanden hat man ein gute Gespür für harmonische Farbgestaltung bei der behutsamen Restaurierung historischer Gebäude. Einige der besten Hersteller professioneller Künsterfarben sind in dort beheimatet. In Roermond gibt es einen Laden, der sich auf Kreide- und Kalkfarben sowie Lacke auf Leinölbasis spezialisiert hat, dem wird auf jeden Fall noch ein Besuch abgestattet.

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